Gefühle machen Gänsehaut
Wenn sich die Härchen aufstellen: Gänsehaut bekommt der Mensch nicht nur durch Kälte und Wind, sondern auch bei prickelnden Berührungen oder Gefühlsregungen – etwa wenn wir von beglückenden Momenten oder Erlebnissen stark berührt werden, zum Beispiel einem Lied oder einer jubelnden Menschenmenge.
Verursacher der Gänsehaut sind winzige Muskeln im Haarbalg, die unsere feinen Härchen am Körper aufrichten und dabei kleine Buckel formen, die der Haut einer gerupften Gans ähneln.
Gänsehaut entsteht immer unwillkürlich. Den Impuls zur Anspannung der Haarbalgmuskeln sendet das vegetative Nervensystem, das wir nicht willentlich beeinflussen können. Dieser Reflex ist dem Menschen angeboren – er stammt aus jener Zeit, als wir noch überall von einem dichten Pelz bedeckt waren. Bei Kälte oder Gefahr traten die Haarbalgmuskeln in Aktion, um die Haare aufzurichten. Das sollte einerseits Feinde abschrecken, andererseits aber auch Wärme spenden. Heute fehlen uns zwar die Haare, aber die winzigen Bälge samt Muskeln haben wir noch. Sie funktionieren nach wie vor, bilden so die Gänsehaut – und lassen verbliebene Resthärchen zu Berge stehen.